Die Pfadfinderbewegung ist die größte Jugendbewegung der Welt. Schätzungsweise gehören ihr mehr als 28 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit an. Die Anzahl der Altpfadfinder, also der nicht mehr aktiven Pfadfinder, beträgt heute ca. 58 Millionen Pfadfinder. Nur in 6 Staaten (Andorra, Volksrepublik China, Kuba, Laos, Myanmar und Nordkorea) sind keine Pfadfinder vertreten, allerdings gibt es dort zum Teil Exilpfadfinder. Der Schutzpatron der Pfadfinder ist der Ritter Georg, der einen Drachen getötet haben soll. Nach seinem Vorbild sollen Pfadfinder ritterlich und ehrlich handeln, anderen Menschen Freund sein, Hilfsbedürftige und Schwache unterstützen und die Umwelt schützen. Das Wappen der Männlichen Pfadfinder ist die Lilie, das der weiblichen ein Kleeblatt.Die Lilie gibt es in den verschiedensten Formen, Farben und Designs, der verschiedenen Bünde, Verbände und Organisationen. Alle kommen vom selben Ursprung und symbolisieren die Zugehörigkeit einer Pfadfindergemeinschaft.In Deutschland gibt es neben den 4 Großverbänden, die der Weltorganisation angehören über 80 kleine Pfadfindervereine, wie auch wir es sind. Dies kommt aus der Geschichte der deutschen Jugendbewegung.Egal ob großer oder kleiner Bund,ob Weltverband oder eigenständig......Pfadfinder sind alle Brüder!Die Geschichte der Pfadfinder beginnt im Burenkrieg, in dem ihr Gründer, der ehemalige Oberst Lord Baden-Powel im Jahre 1899 mit 1250 anderen englischen Soldaten inder südafrikanischen Kleinstadt Mafeking von ca. 9000 Soldaten der Buren (Holländische Bauern) eingeschlossen wurden. Die Stadt mit Gewalt zu verteidigen erschien aussichtslos, und so griff Baden-Powell zu einem Täuschungsmanöver, seine Untergebenen mit Hilfe von Strohpuppen und Holzgewehren eine viel größere Anzahl an Verteidigern vortäuschen zu lassen, als in der Tat zur Verfügung standen. In dieser Notlage wurden auch die Jungen der Stadt zu Meldeläufern, Spähern und Sanitätern ausgebildet. Eine dieser Jungen, der als Fahrradkurier eingesetzt war, soll auf die Frage hin, ob er denn keine Angst habe erschossen zu werden, geantwortet haben: “ Ich fahre so schnell, die Kugeln können mich gar nicht treffen.” Nach 210 Tagen Belagerung wurden die Eingeschlossenen schließlich am 16. Mai 1900 von der britischen Armee befreit. Baden-Powell schrieb aufgrund seiner Erfahrungen für die britische Armee das Buch “Aids To Scouting” (Anleitung zum Kundschafterdienst), das auch auf Grund des Heldenstatus, den Baden-Powell in der Schlacht errungen hatte, bei den Jugendlichen in der Heimat großes Interesse auslöse. Als Baden-Powell feststellte, dass überall in England nach seinem Buch “Kundschafter” gespielt wurde, startete er den Versuch, aus diesem Spiel eine - heute würde man sagen erlebnispedagogisches- Konzept zur Jugenderziehung zu entwickeln. Als Versuch fand bereits 1907 ein erstes Lager auf Brownsea Island statt. Daran nahmen 22 Jungen aus verschiedenen sozialen Schichten teil. Sie trugen einheitliche Uniformen (Kluften, Trachten, Fahrtenhemden), um die sozialen Unterschiede zu verwischen. Einigermaßen entsetzt vom großen Erfolg seines militärischen Buches, erbat er vom britischen König Urlaub und und überarbeitete in dieser Zeit sein Buch, das 1908 mit dem Titel “Scouting for Boys” in einer jugendgemäßen Version erschien. Es wurde in vielen Sprachen übersetzt und in der ganzen Welt verbreitet. Eigentlich gedacht für bestehende Jugendgruppen, waren die darin geäußerten Ideen so neu und spannend, dass auf seiner Grundlage hin bald darauf eine völlig neue, internationale und rasch wachsende Jugendbewegung entstand: Die Pfadfinderei war geboren.Eine Übertragung ins Deutsche wurde von Dr. Alexander Lion, Stabsarzt der bayerischen Armee, unter Mitarbeit seines Freundes Maximilian Bayer, Offizier der preußischen Armee, vorgenommen und erschien im Frühjahr 1909 mit dem Titel “Das Pfadfinderbuch” (1914 “Jungdeutsches Pfadfinderbuch”). Lion und Bayer gelten somit als Begründer der deutschen Pfadfinderbewegung. Allerding geriet der deutsche Zweig der Pfadfinderbewegung vor dem ersten Weltkrieg unter Einfluß der Wehsportbewegung und schwenkte in den nationalistischen Mainstream des Kaiserreichs ein. 1909 fand das erste große Pfadfinderfreffen im Kristallpalast in London statt. Baden-Powell war sehr erstaunt, als als dort auch Mädchen erschienen und sich nicht mehr abwimmeln ließen. So bat er seine Schwester Agnes, sich um die Pfadfinderinnenbewegung zu kümmern. Sie bekam 1912 Unterstützung von Baden-Powells Frau Olave. 1911 wurde in Berlin als erste deutsche Pfadinderorganisation der Deutsche Pfadfinderbund (DPB) gegründet. Ungefähr gleichzeitig entstanden die ersten evangelischen Pfadfindergruppen unter dem Dach des Christlichen Vereins Junger Männer (CVJM), aus denen 1921 die Christliche Pfadfinderschaft (CPD) ervorging. 1914 erfolgte der Ausbruch des 1. Weltkrieges. In den Kriegführenden Ländern betrachteten es die ältesten Pfadfinder und Führer damals als ihre Pflicht, für ihre Vaterländer zu kämpfen. Viele von ihnen fielen auf den Schlachtfeldern. 1916 fand trotz des Kreiges die Gründung der Pfadfinderinnenbewegung statt. Nach dem Krieg übernahmen vielerorts jüngere Pfadfinder die Leitung der Stämme und Sippen, was dazu führte, dass die Ausrichtung der Gruppen weniger militärisch wurden. Dies geschah, weil man weitere Kriege verhindern und die Pfadfinder daran erinnern wollte, dass es ihre Pflicht sei, der Gemeinschaft zu helfen und sich friedlich mit anderen Völkern zu verständigen. 1919 wurde der Gilwell Park an Baden-Powell übergeben und dort das Rovertraining in Gang gesetzt. 1920 erfüllte sich Baden-Powell einen großen Wunsch: Das 1. Internationale Pfadfindertreffen, das so genannte “Jamboree”. Ein indisches Wort das friedliches Zusammentreffen aller Stämme bedeutet. Es fand in der Londoner Olympia-Hall statt. Die 8000 Teilnehmer aus 27 Ländern ernannten Baden-Powell spontan zum “Chief Scout of the World”. Seit dieser Zeit finden alle 4 Jahre Jamborees statt.Im Jahr 1922 hatte die Pfadfinderbewegung schon über 1 Million Mitglieder in 31 Ländern. Im Jahr 1929 wurde Baden-Powell zum Lord of Gilwell geadelt. Der Gilwell Park, den die Pfadfinder 1919 vom schottischen Landmann Mc Laren geschenkt bekamen, ist auch heute noch eine Ausbildungsstelle für Pfadfinder. 1939 - 1945, während des 2. Weltkrieges, waren in Deutschland alle Pfadfinder verboten. Die Bünde nach dem 2. Weltkrieg entstanden in den Westzonen, teils auf Veranlassung der West-Alliierten, überall jedoch mit deren Unterstützung - alle westlichen Besatzungsmächte hatten Pfadfinder-Beauftragte, die die Neugründungen kontrollierten. 1958 fand das erste mal ein Jamboree-on-the-air (JOTA) statt, bei dem sich Pfadfinder aus der ganzen Welt über Funk unterhielten. 1997 fand das erste Jamboree-on-the-internet (JOTI) statt.Weltweite Strukturen:Zeichen der World Organization of the Scout Movement Zeichen der World Association of Girl Guides and Girl ScoutsInnerhalb der Weltpfadfinderbewegung gibt es zwei getrennte große Weltverbände: die World Organization of the Scout Movement (WOSM; etwa 31 Millionen Mitglieder in 161 Ländern), die ursprünglich nur die männlichen Pfadfinder aufnahm, sich seit etwa 1990 aber als koedukativer Verband versteht, und die World Association of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS; etwa 10 Millionen Mitglieder in 144 Ländern) für Pfadfinderinnen, wobei in Einzelfällen auch Jungen und Männer aufgenommen werden. Beide Weltverbände nehmen jeweils nur ein nationales Mitglied auf; deshalb sind aus Staaten mit mehreren Pfadfinderverbänden häufig Dachverbände Mitglied bei WOSM und WAGGGS. Koedukative Verbände meldeten vor 1990 meist die männlichen Mitglieder bei WOSM und die weiblichen bei WAGGGS an, heute wird diese Verfahrensweise von WOSM nicht mehr akzeptiert, eine auf beide Organisationen aufgeteilte Mitgliedermeldung wird bei der Neuaufnahme von Mitgliedsverbänden abgelehnt.WOSM und WAGGGS kooperieren in vielen Arbeitsfeldern, setzen aber wegen der Unterschiede bei den Mitgliedsorganisationen, insbesondere wegen der unterschiedlichen gesellschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder unterschiedliche Schwerpunkte. Während WOSM sich als globale Erziehungsbewegung versteht, legt WAGGGS großes Gewicht auf die rechtliche und reale Gleichstellung von Frauen und Mädchen und sieht sich vor allem als Emanzipationsbewegung. Diese unterschiedlichen Ausrichtungen wirken sich auch auf die Arbeitsformen der Weltverbände aus. So führt WAGGGS beispielsweise keine Weltlager mehr durch, die internationale Arbeit konzentriert sich stärker auf Schulungen und Seminare in den vier Weltzentren und den Thinking Day.Die zwei großen Weltverbände gliedern sich in Regionen, die meist den Kontinenten entsprechen. Diese führen eigene Veranstaltungen durch. Innerhalb von WOSM und WAGGGS gibt es Arbeitsgemeinschaften von Pfadfinderverbänden, die ähnliche gelagerte Arbeit leisten oder mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind. Ein Schwerpunkt dieser Kooperationen liegt im religiösen Bereich.Neben den zwei großen Weltverbänden WOSM und WAGGGS existieren mit der World Federation of Independent Scouts (WFIS; etwa 35.000 Mitglieder in 40 Ländern) und der Union Internationale des Guides et Scouts d’Europe (UIGSE; etwa 70.000 Mitglieder in 20 Ländern) zwei kleine unabhängige Verbände, die ihren Mitgliedsverbänden die Teilhabe an der internationalen Gemeinschaft der Pfadfinder ermöglichen.Nationale Pfadfinderverbände:Für die nationalen Zusammenschlüsse der Pfadfinder gibt es weltweit zwei Grundmodelle. Insbesondere im englischsprachigen Raum verbreitet ist der Typus des großen Pfadfinderverbandes, zu dem nahezu alle Pfadfindergruppen des Landes gehören. In diesen können die einzelnen Ortsgruppen (in Deutschland meist als Stamm bezeichnet) dann entscheiden, ob sie sich schwerpunktmäßig auf Kinder und Jugendliche einer Religion konzentrieren oder ob sie offen für alle sind. In Kontinentaleuropa und den frankophonen Ländern orientieren sich dagegen Pfadfinderverbände häufig an den einzelnen Konfessionen und Religionen; in der Regel schließen sich diese konfessionellen Verbände dann wie in Deutschland und Frankreich zu nationalen Dachverbänden zusammen, über die die Mitgliedschaft bei WOSM und WAGGGS organisiert ist.Wir von den Taunus-Pfadfindern gehören keinem großen Verband und nicht dem Weltverband an. Wir gehören zu den vielen eigenständigen Pfadfinderorganisationen in Deutschland, die durch ihre Geschichte so entstanden, wie sie jetzt sind.Gegründet wurde unser Stamm 1980 unter der Heliand Pfadfinderschaft des Evangelischen Jugendwerkes. Dort gab es in den 80er Jahren Streitigkeiten, weshalb sich alle Mitglieder aus Bad Homburg, Friedberg und zugehörige Gruppen aus der Heliand Pfadfinderschaft trennten und in einem neuen Bund zusammen weiter machten. Auch unter den Mitglieder dieses neuen Bundes gab es immer wieder Uneinigkeiten. Da von der Zeit der Trennung von der Heliand Pfadfinderschaft und der Gründerzeit des neuen Bundes keiner mehr in unserem Stamm war, sehr wohl aber im restlichen Bund, waren wir mit dieser andauernden Uneinigkeit nicht zufrieden und gründeten im Jahr 2010 unsere Selbständigkeit, was 2011 zum neuen Verein der Taunus-Pfadfinder führte.
Eine ZDF Doku über Pfadfinder am Beispiel des BdP, einem der großen Bünde. Bis auf die Größe, sind wir in den Grundsätzen gleich.(Wir können allerdings im Dunkeln unser Zelt aufbauen) ;-)Zum Welt-Pfadfindertag nahm der Hessische Rundfunk uns als Beispiel für die Pfadfinder.Hier ein Radiobericht vom hr1.
Ein Bericht aus dem ARD Nachtmagazin
Pfadfinder. Kurz und Bündig... (Man achte darauf, wie das ZDF gegründet schreibt.)
Die Taunus Pfadfinder... Action, Abenteuer, Freiheit in einer starken Gemeinschaft..